Über mich……

1986…. Ich hatte Castaneda und Herrmann Hesse gelesen und wollte das gerne in Taten umsetzen, als ich zum ersten Mal einen Einführungskurs in der Tai Chi Schule von Rolf Weber in Frankfurt besuchte.Beim Betreten des Raums, noch bevor es losging, wusste ich, dass ich gefunden hatte, was ich suchte. Was folgte war eine umfassende Ausbildung bei Rolf Weber in Tai Chi, Qi Gong und Meditation des Lee Stils. Beim Tai Chi kam es nicht darauf an, die Beste sein zu müssen, sondern achtsam die Übungen zu machen, so gut wie es zu jedem Zeitpunkt jedem einzelnen möglich war.

Dies war ein komplett neuer Aspekt in meinem Leben. Ich studierte damals Rechtswissenschaften und war Konkurrenzdenken gewohnt. Beim Tai Chi interessierte sich auch niemand dafür, ob ich in einer Rockband Musik machte oder nicht. Dieser Umstand hat mir bei der Absolvierung meines Referendariats erhebliche Schwierigkeiten bereitet, da sowohl meine Ausbilder als auch meine Kollegen hierfür keinerlei Verständnis zeigten  Beim Tai Chi kam es allein auf das, was im  Moment ist, und das Üben an.  Mit taoistischer Gelassenheit schaffte ich das Zweite Staatsexamen und durfte mir das Schild Rechtsanwältin an die Tür hängen. Ich lernte immer weiter Tai Chi, übte mit Stock und Schwert, trainierte push hands, Meditation und versuchte dem Lebensfluss zu folgen.Rolf Weber hatte mich mittlerweile zur Tai Chi Lehrerin ausgebildet, übernahm ich die Tai Chi Kurse in der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Hier unterrichte ich immer noch. Ich lernte von meinen Schülern wie man unterrichtet und bedanke mich bei jedem einzelnen dafür. Es folgten Kurse für die VHS Hanau in Tai Chi und Qi Gong, Kinderkurse für die Stadt Hanau im Spielhaus und bei den Ferienspielen, Kurse für das Hist(o)erische Theater e. V. bei den Hanauer Amateurtheatertagen und viele andere.  Mittlerweile habe ich mein Juristendasein an den Nagel gehängt und arbeite seit 2000 als Familienhelferin für den Verein „Die Welle e.V.“ im Main Kinzig Kreis und in der Kinder- und Jugendbetreuung für die Stadt Hanau. Hier hat übrigens niemand was gegen Rock n Roll . Ausgesöhnt habe ich mich dann doch noch mit meiner Juristenausbildung. Es ist eine feine Grundlage, besonders, wenn es irgendwo mal Ärger gibt. 1998 besuchte ich zum ersten Mal einen Vortrag von Mantak Chia beim Frankfurter Ring. Jeder, der sich ernsthaft mit Tai Chi, Qi Gong, Meditation oder Taoismus beschäftigt, stößt irgendwann mal auf seine Bücher und sein Tao Yoga, da hier umfassend die Zusammenhänge erläutert und klar werden. Ich erwartete nicht viel an diesem Abend, war jedoch neugierig. Ich begegnete Gabrielle Euteneuer und Renu Li, Senior Lehrerinnen des Tao Yogas. Diese beiden Frauen gefielen mir. Es war ähnlich wie 1986 beim Betreten des Raumes von Rolf Weber, was diese beiden Frauen übten, wollte ich auch lernen. Mantak Chia beeindruckte mich damals noch nicht sonderlich. Das was ich an diesem Abend jedoch in meine taoistische Schatzkiste packte war das Lächeln. Etwas was ich bis dahin bei meinen Übungen so noch nicht kennen gelernt hatte und sich als ausgesprochen heilsam und effektiv erwies.